Klima schützen
Klimaschutz bedeutet, Lebensgrundlagen zu sichern – für uns, für kommende Generationen, für alle Arten. Doch er gelingt nur, wenn die grössten Verursacher nicht länger aus der Verantwortung entlassen werden. Wir brauchen eine Politik, die die ökologische Wende nicht auf Individuen abwälzt, sondern strukturell ermöglicht. Die Zeit für mutige Schritte ist jetzt.

Die Klimakrise schreitet schneller voran, als viele Prognosen erwartet hatten. Internationale Klimaberichte wie etwa der IPCC und andere sind sich einig: Extremwetter, Massen-Artensterben und Klimarisiken sind direkte Folgen der globalen Erwärmung. Ohne eine drastische Reduktion der Treibhausgase wird diese weiterhin katastrophale Folgen haben. Bereits heute erleben wir in der Schweiz doppelt so starke Temperaturanstiege wie der globale Durchschnitt. Auch im Kanton Bern schwinden die Gletscher schneller als vermutet, die Böden im Seeland trocknen aus, Wälder geraten unter Stress, und Extremereignisse wie Starkregen oder Hitzewellen häufen sich und Gefährden ganze Wohngebiete.

Die Klimakrise ist nicht nur ein ökologisches, sondern ein zutiefst soziales Problem. Die global reichsten 1 % verursachen mehr CO2 als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Auch in der Schweiz sind es vor allem die höchsten Einkommens- und Vermögensklassen, deren Emissionen Jahr für Jahr steigen – angetrieben durch häufige Privatflüge, energieintensive Luxusgüter, Yachten und einen Ressourcenverbrauch, den der Planet nicht tragen kann.

Gleichzeitig wird von der breiten Bevölkerung erwartet, klimafreundlich zu leben. Wir verzichten so gut es geht aufs Fliegen, auf Fleisch oder trinken den Sirup aus matschigen Kartonstrohhalmen während die grössten Verursacher unreguliert blieben. Genau hier braucht es eine politische Kehrtwende.

Die Wissenschaft zeigt klar auf, was jetzt nötig ist. Wir müssen weg von fossilen Energien und brauchen Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Alternativen zu Erdgas und Erdöl. Gerade die Solarenergie hat ein Potenzial das im Kanton nicht genutzt wird, dabei bieten Dächer und Fassaden viele Möglichkeiten um Solaranlagen auszubauen. Aber auch die Förderung von Gebäudesanierungen sowie der klimafreundlichen Mobilität sind zentral.
Kaufkaft stärken
In einem reichen Land wie der Schweiz müssten alle gut leben können. Doch für viele Haushalte wird das Leben spürbar teurer: Krankenkassenprämien, Mieten, Energie- und Lebensmittelpreise steigen schneller als die Einkommen.

Diese Entwicklung ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. In den letzten Jahren sind die Lebenshaltungskosten deutlich stärker gestiegen als die Löhne. Besonders betroffen sind tiefe und mittlere Einkommen, Alleinerziehende, Renter:innen, Familien und Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und gerade auch Migrant:innen. Wer einen grossen Teil des Einkommens für Fixkosten wie Wohnen und Gesundheit ausgeben muss, hat kaum Spielraum – egal, wie sehr gespart wird.

Ein zentraler Treiber der sinkenden Kaufkraft sind die Krankenkassenprämien. Sie belasten Haushalte unabhängig vom Einkommen und treffen Menschen mit wenig Geld besonders hart. Auch die Mietkosten entwickeln sich vielerorts, vor allem in Städten, schneller als die Löhne, während der gemeinnützige Wohnungsbau hinter dem Bedarf zurückbleibt. Gleichzeitig profitieren Konzerne und Vermögende von Steuersenkungen und hohen Gewinnen – während die breite Bevölkerung die steigenden Kosten trägt.

Kaufkraft zu sichern bedeutet deshalb mehr als kleine Entlastungen. Es braucht eine Politik, die strukturell ansetzt: faire Löhne, von denen man leben kann, starke Renten, die vor Armut schützen, und ein Sozialstaat, der Sicherheit gibt. Wer ein Leben lang gearbeitet, Sorgearbeit geleistet oder Kinder grossgezogen hat, darf nicht in finanzielle Unsicherheit gedrängt werden. Die Kaufkraft zu sichern heisst, Würde, Sicherheit und Zukunftsperspektiven für alle zu garantieren. Dafür braucht es eine Politik, die nicht die Profite weniger schützt, sondern dafür sorgt, dass alle genug zum Leben haben.
Vielfalt leben
41 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat eine Migrationsgeschichte. Vielfalt ist längst gelebte Realität in der Schweiz. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Sprachen, Gewohnheiten, Religionen, Interessen und Fähigkeiten tragen täglich zum wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum des Landes bei.

Migrant:innen arbeiten in zentralen Branchen wie der Pflege, Gastronomie, Logistik, Bau, Bildung oder Forschung, sie zahlen Steuern und haben den Wohlstand der Schweiz über Jahrzehnte entscheidend mitaufgebaut. Trotzdem werden sie von der rechten Politik wieder und wieder instrumentalisiert – als Projektionsfläche für Ängste, als Sündenböcke, als Symbol für eine angebliche «Überfremdung».  Statt Anerkennung erfahren sie Misstrauen, Abwertung und Ausschluss. Die bürgerliche Politik hat ein Interesse daran, dass Einheimische und Eingewanderte sich misstrauisch begegnen, statt Solidarität zu leben. Wer um Wohnungen und Arbeitsplätze konkurrenziert, kann sich nicht organisieren, um für faire Löhne und günstigen Wohnraum zu kämpfen.  

Diese Diskrepanz ist nicht nur ungerecht, sie macht viele Menschen krank und untergräbt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer hier lebt und zur gemeinsamen Zukunft beiträgt, hat das Recht, am Reichtum und den politischen Entscheidungen des Landes beteiligt zu sein. Faire Einbürgerungensverfahren, gleiche Rechte unabhängig vom Pass, Schutz vor Diskriminierung und tatsächliche Teilhabe sind keine Gefälligkeiten – sie sind demokratische Selbstverständlichkeiten und stärken uns alle.

Vielfalt leben bedeutet deshalb, konsequent gegen Rassismus und Antisemitismus, Sexismus oder Queerfeindlichkeit vorzugehen, Barrieren im Alltag abzubauen und Strukturen zu schaffen, die Gleichberechtigung ermöglichen. Es heisst auch, Gewalt gegen Frauen und queere Menschen nicht zu tolerieren, Lohngleichheit durchzusetzen, inklusive Bildungswege zu sichern und Zugang zu bezahlbarem Wohnen und Gesundheitsversorgung für alle zu sichern.

Eine Gesellschaft, die Vielfalt schützt und fördert, stärkt nicht nur marginalisierte Gruppen, sie stärkt uns alle. Wo Menschen frei von Angst, Diskriminierung und materieller Unsicherheit leben können, entsteht Solidarität und der Zusammenhalt, den eine demokratische Zukunft braucht. Vielfalt ist kein Risiko. Vielfalt ist die Grundlage unseres Wohlstands – und das Versprechen, dass alle ein gutes Leben führen können.
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